Hier beschreibe ich, wie ich die Wartung meines Roco Air Worldcup durchführe. Zur Wartung gehören der Ölwechsel und Kontrolle bzw. Wechsel der Dichtungen.

Werkzeug:

Vorweg – ein Schraubstock ist dringend empfohlen. Ohne wird der Service extrem schwer.

Weiteres Werkzeug:

  •     Steuersatzschlüssel
  •     Ratsche / Drehmomentschlüssel mit 27er Nuss oder 27er Maulschlüssel
  •     Kleine Schraubenzieher
  •     Spitze Zange
  •     Imbus-Set
  •     Schraubstock
  •     Rohrzange
  •     Pumpe
  •     Gabelöl (ich nehme 5er, man kann natürlich auch 7,5er nehmen) und Zubehör zum Befüllen
  •     Paar Tücher zum säubern
  •     Ggf. Behältnis zur Teile-Aufbewahrung

Demontage

Zuerst muss die Luft aus der Hauptkammer und dem Piggyback. Dafür kann man die Dämpferpumpe nutzen oder einfach den Ventilnippel mit einem Schraubendreher eindrücken. Wenn die gesamte Luft aus dem Dämpfer ist kann man mit der Demontage beginnen. Zunächst demontiere ich den Piggyback, den Dämpfer habe ich mit der Luftkammer nach oben im Schraubstock befestigt.

    

Den Ausgleichbehälter kann ich einfach mit dem Steuersatzschlüssel herausschrauben (vorsichtshalber kann man etwas Tesa um das Gewinde machen, hab ich leider einmal vergessen und schon waren Macken im Lack). Man kann auch versuchen, ihn mit der 27er Nuss abzuschrauben, dabei kann es aber vorkommen, dass sich nur der Deckel des Ausgleichbehälters löst.

VORSICHT, es kann sein, dass Öl herausschießt!

Deshalb mit einem Tuch das schlimmste vermeiden.
Den Piggyback brauche ich erst nicht und kann ihn weglegen.

Ich mache mich an die Demontage der Hauptluftkammer. Das ist recht einfach.
Das schwarze Teil ist mit einem Metallring gesichert. Einfach den Ring entfernen (Zange oder kleine Schraubendreher) und den Zylinder nach oben herausziehen. Das war´s schon.

         

Um den silbernen Teil der Luftkammer zu deinstallieren nutze ich meinen Steuersatzschlüssel und drehe ihn einfach heraus. Dabei kann etwas Öl herauslaufen.

Jetzt drehe ich den Dämpfer herum und mache mich an die Demontage des Kolbens.

        

Dazu muss ich den silbernen Teil mit einem geeigneten Werkzeug (Rohrzange, Tuch um Kratzer zu vermeiden) herausdrehen. Hierbei aufpassen wo ich ansetzt, keine Dichtungen beschädigen!!! Wenn der silberne Teil herausgeschraubt ist, einfach den Dämpfer vorsichtig herausziehen und das Öl im Kolben entsorgen.
Um den Zugstufen-Teil zu entfernen, diesen mit einem Imbusschlüssel herausdrehen und nach oben wegziehen.

    

    

Weiter musste ich meinen Dämpfer bisher nicht zerlegen.

Ich habe alle wichtigen Elemente demontiert, kann die Dichtungen inspizieren und die Teile säubern.
Nachdem ggf. defekte Dichtungen ausgetauscht sind und ich alle Teile schön sauber gemacht habe, kann ich mich auch schon an den Zusammenbau machen. Wichtig ist, dass ALLE Dichtungen an ihrem Platz sind!

    

Zusammenbau

Der Zusammenbau geht umgekehrt wie die Demontage.
Zuerst schraube ich den Zugstufenteil an die Dämpferbasis.

    

Jetzt lege ich das Element erst einmal zur Seite und spanne den Kolben ein
Diesen befülle ich zur Mitte der Gewindegänge mit Öl (beim 240er sind es etwa 70ml).

    

Dann stecke ich den Zugstufenteil langsam und vorsichtig in den Kolben, so dass ich kein Öl verliere und Luft ins System bringe. Die silberne Platte mit dem Kolben verschrauben. Es kann etwas Öl heraustropfen.

    

Den Dämpfer lege ich kurz erst einmal weg (NICHT ZUSAMMENDRÜCKEN!)

Denn ich muss jetzt noch den oberen Teil des Piggybacks herausschrauben. Hierfür spanne ich das Teil in den Schraubstock (Papier, damit ich den Lack nicht beschädige) und schraube mit der 27er Nuss den Deckel ab.

    

Im Ausgleichbehälter sieht man eine Metallplatte, diese kann ich ganz einfach mit dem Finger herausdrücken.

    

Jetzt spanne ich den Dämpfer wieder ein, mit dem Kolben nach oben. Den Ausgleichbehälter schraube ich wieder ein, dabei den Kolben nicht herunterdrücken!

Wenn ich soweit bin kann ich den Kolben herunterdrücken und sehe, dass das Öl im Ausgleichbehälter nach oben steigt. Vorsichtig einige Male ein wenig den Kolben pumpen, um evtl. Luft herauszudrücken.

    

Nun kann ich beginnen, den Dämpfer vollständig zu befüllen.

Ich entferne die Schraube in der Verbindung Piggyback-Hauptkammer und ziehe langsam den Kolben heraus. Dabei immer drauf achten, dass noch Öl im Piggyback ist und keine Luft ins System gelangt.
Dies ist zwar nicht die „richtige“ Methode den Dämpfer luftfrei zu befüllen, funktioniert aber hervorragend. Alternativ kann man auch mit Spritzen das System entlüften, ist mir aber zu aufwendig, so geht’s auch.
Wenn der Ölstand im Ausgleichsbehälter zu gering wird, kippe ich etwas Öl nach. Jetzt den Kolben wieder einige Male pumpen, um mögliche Lufteinschlüsse zu beseitigen und den Ölstand dann im Piggipack bis zur Unterkante der Gewindegänge erhöhen. Der Dämpfer ist jetzt befüllt, muss aber noch versiegelt werden.
Dazu brauche ich die Metallscheibe mit der Schraube in der Mitte. Die Schraube drehe ich heraus und führe die Scheibe vorsichtig in den Zylinder ein.

Jetzt diese vorsichtig und ganz langsam herunterdrücken (nehme dafür einen kleinen Schraubendreher) bis ein Tropfen Öl aus dem Loch quillt. Wenn zu viel herausläuft die Scheibe herausnehmen und nochmal nachfüllen, Schritt wiederholen.

Abschließend die Schraube eindrehen und den Deckel aufschrauben.

         

Erst die silberne und danach die schwarze Luftkammer montieren.

    

Sicherungsring drauf, fertig.

Es ist vollkommen normal, dass der Dämpfer jetzt komprimiert ist, das liegt an der Negativluftkammer.

Zuletzt noch aufpumpen and enjoy the ride.

Beim ersten Mal war ich sehr überrascht, wie einfach das ist und wie gut der Dämpfer sein kann.

Es lohnt!