2. iXS European Downhill Cup 19.5. - 21.5. Todtnau


"Halt ein, Junge..."

Ob er es wohl wirklich geschafft hätte? Im Seeding hat er den Worldcup Pros mal locker 7 Sekunden abgenommen (- 3:45 – schnellste Zeit des Wochenendes!), unser Hackl Schorch sein Bruder, der Klaus. Als letzter kam er den Hang heruntergeschossen – und dann Platten !!! Fährt er vielleicht die falsche Reifen Marke? Naja, auch wir hatten fünf Plattfüße zu vermelden. Liegt wohl irgendwie an der Strecke. Und die rockt echt! Vollgas Passagen, fette Anlieger, tricky Felsen und Schotter, und dann zu allem Übel noch steil berghoch zum Ziel. Da zeigte sich wer noch Körner hatte nach vier Minuten heftigster Abfahrt.

 2005 gab es hier das letzte Rennen und in den 90.ern soll es sogar mal einen Worldcup hier gegeben haben . Ein tolles Comeback allemal. Die Orga war perfekt: Keine Schlangen am Lift, Fahrerlager von 3 auf 7 Plätze erhöht ( das ganze Dorf war eigentlich Fahrerlager), Duschen und Klos in Gehdistanz. Die Bergwacht war super professional aufgestellt. Eigentlich fällt mir kein Kritikpunkt ein – außer dass die Strecke für Fußgänger, und damit auch für Fotografen größtenteils unzugänglich war. Dafür war jede Stelle die man zu Fuß erreichen konnte ein Foto wert!
Max und Jerome waren schon am Donnerstag angereist und hielten uns ein Plätzchen frei. Am Ende hatten wir gerade mal Platz für den Pavillion, 4 Zelte und 4 Busse – eng auf eng. Die beiden teilten sich das Lager mit Birk und Thomas, sowie Fabian und Jan, gute und angenehme Freunde.
Schon beim freien Training zeigte sich, daß die Piste schnell und gefährlich war. Jerome schaffte gerade mal zwei Abfahrten und stellte sein Kona mit Platten ab. Schlimmer erging es aber Sven der schon beim ersten Mal einen Double zu kurz sprang und sehr unsanft in einem Anlieger landete. Natürlich waren beide auch beim Samstagtraining wieder am Start. Jerome stürzte im Hasstunnel und brach sich den Zeigefinger, Sven stürzte im Seeding ebenfalls und wurde vom Rennarzt rausgenommen (5:17, 7er). Ja, das ist eine Besonderheit! Viele wurden disqualifiziert. Erik Irmisch wegen wiederholten fahrens ohne Protektoren, Matthias Wengenroth wegen Missachtung der roten Flagge – und über jeden Sturz wurde der Rennarzt, auch Bergdoktor genannt, informiert der den Betreffenden anschließend in Augenschein nahm.

Im Doppelpack schossen Birk und Max den Hang hinunter fast schon wie die Worldcup Pros. Nur immer viel zu dicht hintereinander um beide auf meinen Kamerachip zu brennen.
Sommerliches Wetter war für den Seeding angesagt, aber Sonntags sollte es heftige Gewitter geben. Das tangierte uns dann aber nur in Form von dunklen Wolken und Donner über dem Feldberg – und ein paar Tropfen auf Birks Brille.
Jan, unterwegs für Zonenschein und gerade mal 15 Jahre alte, war mit seinem sechsten Platz in der U 17 garnicht zufrieden. Ein Podestplatz sollte es schon sein! Zwei vor ihm liegende patzten und so konnte er sich tatsächlich auf dem Treppchen einfinden (seeding 4:34 , 6er / final 4:27, 3er). Nicht ganz so jung, aber noch U 19 ist Thomas. Im Seeding hat er sich das Kettenblatt neu geschmiedet und konnte dann doch noch unter die top 10 der junioren U19 racen ( seedind 4:46, 110er(7er)/ 4:33, 100er(6er) ). Max war tierisch in Form und wurde beim Finallauf hart gebremst. Schaltwerk und Kettenblatt hatten sich so verquert das nur noch laufen am Tretstück half (seeding 4:33, 100er /final 4:28, 94er). Fabian, für einen Verein im Vogelsberg am Start und am BDR downhilltraining in Monte Tamaro teilgenommen, hatte einen fotogenen Abgang auf der Wiese kurz vor dem Zielbereich (seeding 4:24,74er/ final 4:24, 84er). „Leider wär’ im final mehr drin gewesen. Direkt in der ersten Kurve ein crash und dann kam ich nicht mehr wirklich in meinen Run ... paar Patzer noch eingebaut... aber mit Wut im Bauch lässt es sich gut Berg hoch treten...“, so schildert Birk seinen Final Run (Seeding 4:18, 60er / final 4:17/67er.Unter den top 20 waren mal gerade einmal 3 Deutsche, und vor Birk weniger Einheimische als andersstaatliche – die Worldcupelite war hier nun mal am Start.

Die Jungs werden dieses Jahr in Winterberg fehlen, da gleichzeitig ein WC stattfindet, genau wie in Willingen, wo aus dem gleichen Grund keine Pros am Start sein werden.
Bleibt zu hoffen, dass sich Todtnau wieder fest im Rennkalender etabliert, eine fette Bereicherung wäre das allemal.